Pflegehinweise für Tattoos & Piercings

Die richtige Nachsorge ist entscheidend für eine gute Heilung. Hier findest du wichtige Informationen zur Pflege deines neuen Tattoos oder Piercings, was du während der Heilungsphase beachten solltest und welche Anzeichen du ernst nehmen musst.

Bei Fragen oder Unsicherheiten stehe ich dir gerne persönlich zur Verfügung.

Tattoo

Direkt nach dem Tattoowieren

Dein frisches Tattoo ist eine oberflächliche Hautverletzung, die vor Schmutz, Reibung und Krankheitserregern geschützt werden muss.

Nach dem Tätowieren wird die behandelte Haut mit einem geeigneten Verband abgedeckt. Wie lange dieser auf der Haut bleiben soll, hängt von der verwendeten Verbandart ab.

Wichtig bei der Entfernung:

  • Wasche deine Hände gründlich mit Seife.

  • Entferne den Verband vorsichtig entsprechend der erhaltenen Anleitung.

  • Reinige das Tattoo sanft mit lauwarmem Wasser und bei Bedarf einer milden, unparfümierten Waschlotion.

  • Verzichte auf starkes Reiben, Schrubben oder aggressive Reinigungsprodukte.

  • Tupfe die Haut anschliessend mit einem sauberen Einmalhandtuch vorsichtig trocken.

Bei selbstklebenden Wundfolien (Second Skin):

Die Tragedauer richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und den individuellen Anweisungen. Entferne die Folie nicht vorschnell, solange sie korrekt sitzt und gut vertragen wird.

Die meisten "Second Skins" können nach 3 - 5 Tagen entfernt werden, halte dich hier bitte an die Anweisung die du von uns erhalten hast. 

Bei deutlicher Hautreizung, einer allergischen Reaktion oder wenn der Verband seine Schutzfunktion verliert, muss die weitere Versorgung angepasst werden. 

Reinigung & Pflege

Während der ersten Heilungsphase solltest du dein Tattoo sauber halten und die Haut möglichst wenig reizen.

So pflegst du dein Tattoo:

  1. Wasche dir vor jeder Berührung gründlich die Hände.

  2. Reinige das Tattoo bei Bedarf vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einer milden, unparfümierten Waschlotion.

  3. Tupfe die Haut mit einem sauberen Einmalhandtuch trocken.

  4. Lass die Haut danach ein paar Minuten an der Luft trocknen
  5. Trage danach eine dünne Schicht einer geeigneten, unparfümierten Pflegecreme auf.

Verwende nur so viel Pflegeprodukt, wie deine Haut benötigt. Eine dicke, dauerhaft fettige Cremeschicht ist nicht notwendig.

Verzichte auf Peelings, stark parfümierte Produkte und aggressive Desinfektionsmittel, sofern diese nicht ausdrücklich medizinisch angeordnet wurden.

Achte ausserdem auf saubere, möglichst lockere Kleidung, damit das Tattoo nicht ständig gereizt wird.

Was du vermeiden solltest

Sonne und Solarium
Schütze dein frisches Tattoo vor direkter Sonneneinstrahlung und verzichte während der Heilung auf Solariumbesuche. Sobald die Haut vollständig geschlossen und verheilt ist, hilft ein Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 (wir empfehlen LSF 50), die tätowierte Haut vor UV-Strahlung zu schützen.

Schwimmen, Baden und Sauna
Vermeide Schwimmbäder, Whirlpools, Seen, Meerwasser und längere Vollbäder, solange die Haut noch nicht vollständig verheilt ist. Durch das Einweichen und den Kontakt mit möglicherweise belastetem Wasser können zusätzliche Risiken entstehen.

Kurzes Duschen ist normalerweise möglich. Tupfe das Tattoo danach vorsichtig trocken.

Sport und Reibung
Vermeide Aktivitäten, bei denen das frische Tattoo stark gerieben, gedehnt oder verschmutzt wird. Besonders enger Kleidung, intensivem Körperkontakt und starkem Scheuern solltest du während der anfänglichen Heilung ausweichen.

Kratzen und Krusten entfernen
Während der Heilung kann die Haut jucken, sich schälen oder kleine Krusten bilden. Kratze nicht daran und ziehe keine Hautschuppen oder Krusten ab. Dadurch können die Haut erneut verletzt und die Heilung beeinträchtigt werden.

Heilungsverlauf & Warnzeichen

Ein frisches Tattoo kann in den ersten Tagen gerötet, empfindlich oder leicht geschwollen sein. Auch geringe Mengen klarer Wundflüssigkeit sind zunächst möglich.

Im weiteren Verlauf kann die Haut trocken werden, jucken und sich schälen. Kleine Krusten können ebenfalls zur normalen Heilung gehören.

Die sichtbare Hautoberfläche erholt sich häufig innerhalb einiger Wochen. Bis sich die Haut vollständig regeneriert hat, kann jedoch mehr Zeit vergehen. Der Verlauf hängt unter anderem von der Körperstelle, der Grösse des Tattoos und individuellen Faktoren ab.

Diese Warnzeichen solltest du ernst nehmen:

  • Rötungen, die sich zunehmend ausbreiten

  • Schmerzen oder Schwellungen, die stärker statt schwächer werden

  • Eitriger Ausfluss oder unangenehmer Geruch

  • Fieber, Schüttelfrost oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl

  • Starke Hautreaktionen, Bläschen oder ungewöhnliche Veränderungen

Bei Verdacht auf eine Infektion melde dich bitte zwingend bei uns!

Piercing

Die wichtigsten Grundregeln

Ein frisches Piercing ist eine Wunde, die Zeit benötigt, um einen stabilen Stichkanal zu bilden. Eine sorgfältige, aber zurückhaltende Pflege unterstützt diesen Prozess.

Die wichtigsten Grundregeln:

  • Berühre dein Piercing nur, wenn es notwendig ist, und ausschliesslich mit frisch gewaschenen Händen.

  • Drehe, verschiebe oder bewege den Schmuck nicht unnötig. Das kann den empfindlichen Stichkanal reizen.

  • Entferne den Erstschmuck während der Heilung nicht eigenständig.

  • Vermeide Druck, Reibung und das Hängenbleiben an Kleidung oder anderen Gegenständen.

  • Halte die Umgebung sauber und verwende nur geeignete Pflegeprodukte.

Weniger ist oft mehr: Übermässiges Reinigen oder die Verwendung verschiedener Pflegeprodukte kann die Haut reizen und die Heilung verzögern.

Reinigung und tägliche Pflege

Für die Reinigung eines heilenden Körperpiercings eignet sich eine sterile, isotone Kochsalzlösung mit 0,9 % Natriumchlorid, die ausdrücklich zur Wundreinigung bestimmt ist.

So gehst du vor:

  1. Wasche deine Hände gründlich mit Seife.

  2. Besprühe das Piercing vorsichtig mit steriler Kochsalzlösung.

  3. Weiche vorhandene Krusten bei Bedarf auf. Entferne nur Rückstände, die sich ohne Kraft lösen lassen.

  4. Tupfe die Stelle anschliessend mit einer sauberen, möglichst fusselfreien Einmalkompresse vorsichtig trocken.

Eine Reinigung ein- bis dreimal täglich ist für viele Körperpiercings ein sinnvoller Ausgangspunkt. Passe die Pflege an die individuellen Anweisungen und die Reaktion des Gewebes an.

Wichtig:
Verwende keine selbst gemischten Salzlösungen, Kontaktlinsenflüssigkeiten oder Produkte mit unnötigen Zusatzstoffen. Auch alkoholhaltige Desinfektionsmittel, Wasserstoffperoxid und aggressive Seifen sind für die routinemässige Piercingpflege ungeeignet.

Du musst den Schmuck zur Reinigung weder drehen noch herausnehmen.

Was du während der Heilung vermeiden solltest

Während der Heilung reagiert der Stichkanal empfindlich auf mechanische Belastungen, ungeeignete Pflegeprodukte und Verunreinigungen.

Vermeide deshalb möglichst:

  • Unnötiges Berühren, Drehen oder Spielen mit dem Schmuck

  • Druck durch enge Kleidung, Kopfhörer, Helme oder andere Gegenstände

  • Kosmetikprodukte, Cremes, Haarspray und Parfüm direkt am Piercing

  • Schwimmbäder, Whirlpools, Seen und andere Gewässer, solange das Piercing noch heilt

  • Aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel ohne medizinische Anweisung

  • Eigenständiges Wechseln oder Entfernen des Schmucks während der Heilung

Duschen ist normalerweise problemlos möglich. Spüle Rückstände von Shampoo oder Duschgel gründlich ab und trockne die Stelle vorsichtig.

Auch Sport ist grundsätzlich möglich, solange das Piercing nicht stark belastet, gereizt oder verunreinigt wird.

Bei Ohrpiercings solltest du möglichst nicht auf der betroffenen Seite schlafen. Ein geeignetes Nackenkissen kann helfen, Druck zu vermeiden.

Heilungszeiten & Warnzeichen

Wie lange ein Piercing zum Heilen benötigt, hängt von der Körperstelle, der individuellen Anatomie, dem Schmuck und verschiedenen persönlichen Faktoren ab.

Während Ohrläppchenpiercings häufig vergleichsweise schnell verheilen, benötigen Knorpelpiercings und bestimmte Körperpiercings oft mehrere Monate.

Wichtig: Ein Piercing kann von aussen bereits verheilt aussehen, obwohl der Stichkanal im Inneren noch empfindlich ist.

Was während der Heilung normal sein kann:

  • Leichte Rötung oder Schwellung

  • Druckempfindlichkeit

  • Geringfügige Blutungen unmittelbar nach dem Stechen (sogenanntes Nachbluten)

  • Kleine Mengen heller Wundflüssigkeit, die zu Krusten trocknen

  • Vorübergehender Juckreiz

Diese Beschwerden sollten im Verlauf grundsätzlich nachlassen.

Warnzeichen, die abgeklärt werden sollten:

  • Zunehmende oder starke Schmerzen

  • Deutlich zunehmende Schwellung oder Überwärmung

  • Sich ausbreitende Rötung oder dunkle Hautverfärbung

  • Eitriger Ausfluss

  • Fieber, Schüttelfrost oder allgemeines Krankheitsgefühl

Bei Verdacht auf eine Infektion, melde dich bitte zwingend bei uns. Entferne den Schmuck nicht eigenständig, sofern keine anweisung vorliegt.

Wenn der Schmuck stark einschneidet oder im Gewebe zu verschwinden droht, ist ebenfalls eine rasche fachliche Beurteilung notwendig.

Schmuckwechsel & Kontrolle

Der richtige Zeitpunkt für einen Schmuckwechsel hängt von der Piercingstelle und dem Heilungsverlauf ab.

Bei vielen Piercings wird zunächst ein etwas längerer Erstschmuck eingesetzt, damit das Gewebe genügend Platz für die anfängliche Schwellung hat.

Sobald diese zurückgegangen ist, kann es sinnvoll oder notwendig sein, den Schmuck durch ein kürzeres, passendes Modell zu ersetzen. Dieser Vorgang wird als «Downsizing» bezeichnet.

Ein zu langer Schmuck kann sich verfangen, unnötig bewegen und den Stichkanal reizen.

Wichtig: Ein notwendiges Downsizing bedeutet nicht, dass das Piercing bereits vollständig verheilt ist.

Lass Schmuckwechsel während der Heilungsphase deshalb von einer qualifizierten Fachperson durchführen. Ein zu früher oder unsachgemässer Wechsel kann das Gewebe verletzen und die Heilung beeinträchtigen, oder im schlimmsten Fall zu Entzündungen führen.

Bei Unsicherheiten zur Schmuckgrösse oder zum richtigen Zeitpunkt kannst du dich gerne bei uns melden.

Fragen zur Heilung?

Du bist dir unsicher, ob dein Tattoo oder Piercing normal verheilt, oder hast Fragen zur richtigen Pflege?

Melde dich gerne bei mir. Ich unterstütze dich bei Fragen zur Nachsorge und helfe dir einzuschätzen, ob eine weitere fachliche Abklärung sinnvoll ist.

Wichtiger Hinweis: Diese Pflegehinweise dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine medizinische Untersuchung oder Behandlung. Bei Verdacht auf eine Infektion, starken Schmerzen, Fieber oder anderen ernsthaften Beschwerden solltest du dich zeitnah ärztlich untersuchen lassen.